Viel bewegen in wenig Zeit – Das Bundesministerium der Finanzen im Seniorenheim

Viel bewegen in wenig Zeit – Das Bundesministerium der Finanzen im Seniorenheim

„Unermüdliche Helden“, so wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundesministeriums der Finanzen vom Leiter der Service Abteilung des Seniorenheims Dr. Harnisch Haus bei ihrem Einsatz genannt. Wann bekommt man im Arbeitsalltag so etwas schon mal zu hören?

Für ihren sozialen Teameinsatz tauschten die Kollegen und Kolleginnen Anzug und Kostüm gegen Jeans und T Shirt und Schreibtisch und Computer gegen Garten und Arbeitshandschuhe. Lediglich die Mitarbeiter, die ein Quiz mit den Bewohnern planten, konnten im Büro Outfit erscheinen. Im Dr. Harnisch Haus, einer Einrichtung der Stephanus Wohnen und Pflege sollten ein Hühnerstall und ein Hochbeet gebaut und neben vielen anderen Gartenarbeiten auch noch die Balkongeländer gereinigt werden.

Das Dr. Harnisch Haus ist derzeit für 182 pflegebedürftige Menschen ein Zuhause. Benannt ist das Haus nach Pfarrer Wilhelm Harnisch, der Anfang der 1930er Jahre den kirchlichen Widerstand in Friedrichshain organisierte. Zu der Einrichtung gehört ein großer Garten, der  auf den Einsatz der Helfer wartete. Und so viele helfende Hände gibt es selten.

Bereits am frühen Vormittag wurden die 40 Helfer von der Leitung des Hauses begrüßt und nach einer kurzen Vorstellung der Einrichtung in die jeweiligen Arbeiten eingewiesen. Hier leisteten die Gärtner erwähnenswert gute Arbeit, denn eine richtige Anweisung ist der erste Schritt zu einem guten Ergebnis. Das Team hatte sich im Vorfeld bereits in fünf Arbeitsgruppen eingeteilt:

Da gab es zum einen die Gruppe Hühnergehege, die einen Stall für sechs Hühner bauen sollte, die demnächst als Dauergäste in den Garten einziehen werden. Auf den ersten Blick konnte man sich nicht vorstellen, dass aus diesen vielen Einzelteilen ein Stall entstehen soll. Hatte anfangs etwas von dem Aufbau von Möbeln eines bekannten schwedischen Möbelhauses. Doch zum Glück gab es auch hier einen detaillierten Aufbauplan. Beeindruckend, wie schnell die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach genauem Studium der Anleitung den Hühnerstall dann zusammengeschraubt haben. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.

Damit die Hühner nicht zu weit von ihrem neuen Häuschen weglaufen, musste noch ein Zaun um das Gehege hochgezogen werden. Da war echtes Teamwork gefragt:  einer hält, einer klemmt ab, einer tackert fest.
18 m² wollen erst einmal umzäunt sein und das auch noch so, dass die Höhe des Zauns rundherum in etwa gleich ist. Aber mit vereinten Kräften gelang es, den Zaun fertig zu stellen, so dass dem Einzug der Hühner nun nichts mehr im Wege steht. „Wäre cool, wenn die Hühner jetzt schon da wären und wir sie reinsetzen könnten“, so der Wunsch eines Helfers. „Haben wir dann auch Besuchsrecht?“ fragte ein anderer. Der Leiter des Hauses sprach sofort eine Einladung aus, „Ihr könnt jederzeit vorbeikommen und die Hühner besuchen“.
Schon in der nächsten Woche soll es soweit sein! Dann können die Bewohner des Heims Hühnergegacker und Flügelschlagen hören. Das Team Hühnergehege war sich einig: „Bei diesem Projekt ist es schön zu sehen, was man geschaffen hat“.

Gleichzeitig ging die Gruppe Büsche beschneiden auf dem großen Gartengelände ans Werk. Ausgerüstet mit großem Gerät wurden Hecken und Büsche zurückgeschnitten, kleine Bäume abgesägt und Gestrüpp entfernt. Erstaunlich, dass die Helfer hierbei keine Furcht vor teilweise heftigen Stacheln zeigten. Wer der Meinung war, das ist nichts für zarte Frauenhände, hat sich getäuscht Auch die Damen packten beherzt an und luden die Karren voll. Das emsige Treiben wurde von neugierigen Blicken vom Balkon aus verfolgt. „Die ackern ja wie verrückt da unten. Das war aber ja auch dringend nötig“, so eine Bewohnerin zu den Arbeiten.
Schubkarre für Schubkarre wurden die Abfälle zum grünen Container gefahren und können nun als Kompost weiter verwendet werden.

Ein Teil des Teams hatte sich für die Gruppe Hochbeet bauen entschieden. Hier sollte ein Hochbeet entstehen, das für die Bewohner und zwar auch für die, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, zugänglich ist. Idee des Projektes ist, dass sich die Bewohner um die Pflanzen im Beet selbst kümmern können. Das Gerüst dafür wollte das Team herstellen und maß aus, schraubte und bohrte, so dass die Bretter auch richtig zusammenpassten. „Wir sind hier das Schraubteam“, meinte eine der Mitarbeiterinnen des Bundesfinanzministeriums, den elektrischen Schraubendreher in der Hand. Als das ziemlich große Hochbeet stand, musste es noch mit einer Noppenfolie ausgekleidet werden, um das Holz vor dem Verrotten zu schützen.
Ein großer Teil des Gestrüpps, das beim Büsche beschneiden übrig blieb und nicht in den grünen Container passte, wurde als Grundlage des Hochbeetes verwendet und im wahrsten Sinne des Wortes kleingetreten. Das kann man optimale Resteverwertung nennen.

Waren botanische Kenntnisse in der Gruppe Hochbeet bauen noch unbedeutendere Einteilungskriterien, durfte in die Gruppe Grüner Daumen nudsc_6577r, wer Unkraut auch von wertvollen Pflanzen unterscheiden konnte. Im Vorgarten gibt es nämlich ein kleines Blumenparadies, das von Unkraut befreit werden sollte und um nicht versehentlich grüne „Schätze“ zu entfernen, durften hier nur fachkundige Helfer Hand anlegen.

Sehr zur Freude aller wurde mittags der Grill angeworfen und die Helfer konnten ihre Energiespeicher wieder füllen.

Ein Highlight des Tages war sicherlich der Gruppe Seniorenbetreuung zu verdanken, die ein politisches Quiz mitbrachte, das die Bewohner mit kniffligen Fragen konfrontierte. Erstaunlich, wie gut sich die Teilnehmer schlugen: Es ist nicht unbedingt gesagt, dass jeder z.B. weiß, welcher Bundesfinanzminister später Kanzler wurde oder für welchen Film das Detlev-Rohwedder-Haus als Kulisse diente.

Das Quiz war eine willkommene Anregung, sich über die unterschiedlichen Zeiten und Umwälzungen in Berlin über die Jahre und Jahrzehnte hinweg auszutauschen. Dem Gewinner winkten Preise wie beispielsweise eine Bundesfinanzministeriumtasse.

Hoch über allem thronte die Gruppe Balkongeländer reinigen.  Sechs Helfer hatten sich freiwillig gemeldet, um sich dieser wohl weniger beliebten Reinigungsarbeiten anzunehmen.  Jedes Zimmer im Dr. Harnisch Haus verfügt über einen Balkon und über die Jahre hinweg sammelt sich so viel Schmutz an, dass die Mitarbeiter des Heims mit  dem Reinigen kaum noch hinterher kommen konnten. Aber das Team des Finanzministeriums ging auch diese Arbeiten beherzt und  außerordentlich gründlich an und war dabei sogar noch bester Laune.

Der Titel „unermüdliche Helden“ wurde also ganz zu Recht vom Teamleiter der Einrichtung vergeben, alle Arbeiten wurden erledigt und Garten und Balkone strahlen wieder in altem bzw. neuem Glanz.

„Es ist unglaublich toll, dass wir das alles an einem Tag geschafft haben, das setzt unglaublich viel Arbeitskraft frei, wir hätten das alles nach und nach machen müssen. Vielen herzlichen Dank an das Team des Bundesfinanzministeriums, das uns mit so viel Manpower unterstützt und allen, auch unseren Bewohnern damit einen großen Gefallen getan hat.

2017-02-01T15:17:20+00:00